slide tagebuch

Das Servicepersonal ...

... im Speisesaal ...

Wie versprochen, widme ich mich jetzt einem Thema … nicht so einfach ... dem ich mich schon letztes Jahr widmen wollte … aber es kam alles anders.

Grundsätzlich möchte ich hier mitteilen, dass das Servicepersonal *SUPER* ist ... natürlich gibt es Ausnahmen, aber generell sind sie nett, freundlich, kundenorientiert, hilfsbereit und stets darauf bedacht schnell zu arbeiten.

So, nun zum Einzelnen:

Ich organisiere und plane frühzeitig meine Rehabilitation, d.h. ich schaue, was ich noch an Klamotten benötige, Hygieneartikel, etc.

Ich teile Damp mit, dass ich zwar als Rollstuhlfahrerin komme aber KEIN behindertengerechtes Zimmer benötige.

Komme ich in Damp an, dann fängt nach meinem Arztgespräch die Organisation im Hause an, d.h. die passende Essensgruppe wird gewählt, die richtigen Therapien, etc.

Der „Organisationscomputer“ erstellt nun meinen Therapieplan und auch das klappt meistens gut.

*SUPER*

So, könnte es eigentlich weiter gehen … aber tut es leider nicht.


Ich begebe mich also in den Speisesaal, bekomme, da mein Plan ja noch nicht steht, erst mal einen Sitzplan in der „acht“.

Selbstverständlich können pro Essensgruppe nur eine bestimmte Anzahl an Rollstuhlfahrer eingeteilt werden, da ja nicht alle Tische für Rollstuhlfahrer geeignet sind.

Das klappt eigentlich auch recht gut ...

 Wenn man dann pünktlich zu den Mahlzeiten erscheint, hat man oftmals dieses Bild vor Augen:

Die Menschen, die dort anstehen (rechts und links, weil es jeweils rechts und links ein Büfett gibt) können sich derzeit nicht alleine am Büfett bedienen und es selbstständig zum Tisch transportieren.

 D.h. sobald jemand vom Servicepersonal frei ist, nimmt dieser das Tablett und belegt es auf Wunsch des „Kunden“ (oder Patient? Gast?), und stellt das Tablett am Ende auf den Tisch.

 Wie man am Bild deutlich sehen kann, benötigen manche Menschen beim Stehen mehr Platz … das hat zur Folge, dass das Rein- und Rausgehen /-fahren extrem erschwert wird.

Entweder jemand geht/fährt rein ODER raus.

Dabei muss man stets darauf aufmerksam machen, dass man als Rollstuhlfahrer etwas Platz benötigt (was ja kein Problem ist) …

Ich habe den Eindruck, dass es Essensgruppen gibt, wo diese „Anstell-Problematik“ häufiger auftritt.

Wie kann das sein, wo Planung, besonders durch den PC, doch eine Kleinigkeit ist?

Die Menschen vom Service wissen, durch den PC, dass ich als Rollstuhlfahrerin komme, wissen sie das bei den anderen etwa nicht?

Auf meine (neugierige, ihr kennt mich ja) Nachfrage wurde mir bestätigt (was ich schon vermutete), dass die Menschen mit Unterarmstützen / Gehwagen, die Hilfe benötigen, nicht entsprechend angemeldet werden.

D.h. das Servicepersonal muss sehen, wie sie damit klar kommen … *SUPER* (nicht ganz so positiv gemeint)

Ich wünsche mir:

-> Anmeldung der Menschen, die Hilfe im Speisesaal benötigen!

Dies lässt sich doch wirklich sehr leicht mit dem Computer umsetzen!!!

Auf einmal waren sie wieder da … die Servierwagen ….

In mir kamen gemischte Gefühle hoch, einerseits – andererseits …

Ich habe die Erinnerung, dass die offizielle Essensschlange kürzer war …

… *öh* … *äh* … *mhm* …

Nun gut, mehr Positives war da wohl nicht, sorry!!

In Gesprächen mit den verschiedensten Menschen wurden mir folgende Rückmeldungen gegeben:

Situation für die Patienten/Gäste/Kunden:

  • die Patienten scheinen orientierungslos zu sein, anstatt sich in ihrem Essensgang anzustellen tun sie das gleich am Anfang (dadurch direkt am Eingang STAU)

  • 8 Rollstuhlplätze fehlen dadurch

  • die Wagen sind nicht einheitlich bestückt, d.h. man fährt verschiedene Wagen an, um herauszufinden, ob das gewünschte Lebensmittel auf einem anderen Wagen vorhanden ist (die Zeit zum Essen verkürzt sich dadurch enorm und es bringt Unruhe).

Situation für das Servicepersonal:

  • Jeder Mitarbeiter bestückt seinen Wagen wie er möchte, was Verwirrung bei den Kunden verursacht
  • daraus folgt, dass nicht jeder Mitarbeiter jeden Wagen spontan übernehmen kann, da er sich nicht zurecht findet → nicht mitarbeiterfreudlich!!

  • personeller Mehraufwand

  • das Ziel: die Kunden/Gäste/Patienten schneller zu bedienen, kann nicht erfüllt werden

  • unorganisierte Mitarbeiter versagen am Servierwagen

Leben in einer Wegwerf-Gesellschaft:

  • Am Ende müssen Lebensmittel von 5 Büfetts weggeschmissen werden (FÜNF!!!)
    könnten von der Eckernförder Tafel abgeholt werden (siehe: hier)

 

Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die Mitarbeiter im Speisesaal die großen Verlierer der Helios-Übernahme, denn vorher wurde ihr Gehalt an dem vom öffentlichen Dienst "gekoppelt" (ich hoffe, ich habe das richtig behalten, ansonsten verbessert mich bitte) und nun???

Helios bezahlt mehr als der Mindestlohn, der in Deutschland "angesagt" ist. ...

... eigentlich gut, oder?

Natürlich nur eigentlich, denn wenn man lediglich ein paar Cents mehr bekommt (ich glaube, es ist konkret 1 Cent!! mehr), dann ist es m.E. grotesk (das ist wie beim Reinigungspersonal: nur gut bezahlte Mitarbeiter werden gute Arbeiten erledigen und sich "zugehörig" fühlen ... sich stark für Helios machen).


Situation I zum Ende, zum Schmunzeln, zum Nachdenken:

Ich fahre an Büfett, bediene mich selbstständig, da kommt schon ein Mitarbeiter und bietet seine Hilfe an ... an sich ja positiv ...
Ich lehne dankend ab, da ich mich alleine bedienen kann ...
Der Mitarbeiter "versucht" mir mein Tablett aus den Händen zu reißen ... gut gemeint?? Ziel verfehlt?? Hörgerät kaputt?
Ich muss ein ernstes Wort von mir lassen, da dieses Verhalten für mich nichts mit "gut gemeint" zu tun hat, sondern ein absolutes *NoGo* ist!!!

Situation II

Eine andere Mitarbeiterin hat die Angewohnheit, das Tablett am Tisch wegzunehmen, obwohl man noch nicht fertig ist ... da gab es schon lauten Protest ...

Den Film: "Dirty dancing" hat sie leider nicht gesehen, denn dort wird beim Tanztraining von "mein Bereich und dein Bereich" gesprochen, also jeder bleibt in seinem Bereich ...

Bedeutet, dass man einen gewissen Aastand zu den Menschen einhält. Dies sollte sie sich auch mal zu Herzen nehmen.

Tja... nun ... ich habe "fertisch" ...


Vielleicht sollte man sich mal mit den Mitarbeitern des Sevicepersonals zusammensetzen und auf die Ideen und Anregungen hören (denn sie wissen, wovon sie sprechen).

Ganz persönlich würde ich hier auch mal "Supervision" empfehlen oder jemand damit beauftragen, dass unter den Mitarbeitern ein "WIR" herrscht und kein jämmerliches "ICH ICH ICH" ...

 Helios, bedenke, dass wir Patienten die Mitarbeiter aus dem Speisesaal öfter sehen, als  unsere Ärzte / Therapeuten ... und es ist eine Freude, wenn man nach einem Jahr wieder kommen darf und noch erkannt wird, sogar mit Namen zum Teil ...

 

Herzlichen Dank, Mitarbeiter des Speisesaals!!!!

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