slide tagebuch

Mein neues Spielzeug und …

... ich!!

Ich kann es einfach nicht lassen … ungeduldig wie ich bin :-)

Ihr erinnert euch, dass ich von meinen 4 Projekten im letzten Bericht schrieb?? Das eine Projekt habe ich nun realisiert.

Ich habe mir den MySlave gekauft!

Ihr schüttelt den Kopf? Wieso?

Nachdem ich mir ständig neue Fahrräder gekauft habe (wobei das irgendwie auch übertrieben ist, denn sosoo viele waren es gar nicht, auch wenn ich am Ende 3 verkauft habe), kann ich mir doch ruhig etwas zulegen, was nur ein Rad hat. Finde ich jedenfalls.

Nach (gefühlter) Ewigkeit wurde mir auf einem Freitag Abend mein neues Gefährt von J. (Datenschutz) gebracht. Ich muss sagen, es „lief“ noch nicht alles rund, vor allem die Tatsache, dass es nicht zuverlässig abmontiert werden kann (die Vorrichtung dafür funktioniert irgendwie nicht … da muss „Mann“ noch mal ran) verunsicherte mich. Auch war der richtige Lenker noch nicht da, aber der sollte dann nachträglich geliefert werden.

Mutig wie ich bin, machte ich mich auf den weg, ohne Begleitung ...

Tour 1: OK, nun habe ich ihn, nun muss ich auch fahren, so dachte ich Tags darauf und machte mich auf den Weg. Nur mal ne kurze Tour zum Außenmühlenteich …

Fazit:

  • es ist oberaffengeil mit mehr als 5 km/h durch die Gegend zu fahren
  • bei so viel Fahrtwind muss ich mir noch ne Brille gegen Fliegen kaufen und stets ein Taschentuch dabei haben, da die Augen ständig am Tränen sind
  • ich muss UNBEDINGT einen Kilometerzähler haben um zu wissen, wie schnell ich bin.

Ich bin mir sicher, dass andere … naja, vielleicht auch viele … den Kopf geschüttelt hätten, wenn sie gesehen hätten, in welch einem Affentempo ich die Berge hinunter gefahren bin. ABER

  • selbst bei Unebenheiten bin ich nicht gekippt
  • Steinchen auf dem Weg haben auch keinen Unfall verursacht

Ich bin mir sicher, ich bin höchsten 3 km gefahren, da waren die Balkon der Akkuanzeige von vier auf zwei geschrumpft … schnell nach Hause dachte ich da nur noch … aber irgendwie brauchte ich auf dem Heimweg mehr Strom … so dass ich mir danach sagte:

  • Fahre NIE mit einem Akku, mit dem schon Probefahrten (deren Länge du nicht weißt) gemacht wurden (ich schaffte es so gerade eben nach Hause, puh, Glück gehabt).

Schon bei dieser ersten Fahrt fragte ich mich, ob die Harburger Berge bergiger sind als die Berge in Heidelberg, wo (angeblich) der MySlave getestet wird …

Oder wird der MySlave in Heidelberg lediglich in Einkaufszentren oder auf ebener Strecke getestet??

Neckarwege ...
Wege in HH ...

(wenn man immer rechts runter fahren könnte, wäre es wirklich toll, leider muss man irgendwann, wenn man wieder nach Hause will, links hoch ...)

Tour 2: Fünf Tage später wollte ich eigentlich mit einem Arbeitskollegen und Freund (Oli, ihr kennt ihn schon aus meinem Bericht 2013 über meinen Umzug und 2014, als ich meine Zimmer tauschte) die nächste Tour machen, diesmal wirklich zum Außenmühlenteich.

Leider musste er kurzfristig absagen .. sein Kreislauf waren eher Kreisschlapp (*hihihi*). Also dachte ich so bei mir … du willst dich ja nicht abhängig von andern machen, du nimmst einfach den Reserveakku mit und dann klappt es schon (ach, was bin ich doch für ein positiv denkender Mensch).

Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich hier (für die, die mich nicht so gut kennen) kurz erwähnen: Ich hasse es, wenn ich auf Hilfe angewiesen bin!

Nun gut, auf geht’s. Reserveakku auf die Beine gelegt (hinten in die Tasche erschien mir wegen des Gewichts nicht ratsam) und los.

Das Problem ist ja, um überhaupt meinen Wohnort zu verlassen, muss ich drei Berge überwinden … pfff … Um das vielleicht zu umgehen bog ich vorher ab und hoffte auf Nebenstrecken etwas flacher zum Teich zu gelangen (ob es mir tatsächlich gelungen ist, kann ich nicht sagen).

Nun gut, irgendwann war ich dann tatsächlich im Park (die Harburger nennen ihn Stadtpark *lol*) .. die Hamburger kennen nur einen Stadtpark und der ist mitten in Hamburg … ich muss sagen, die Harburger sind ein Völkchen für sich ...

Es ist hier wirklich sooo ländlich

 Bis zum dem netten Lokal (ich denke mal, die Hälfte der Strecke hatte ich geschafft) war alles in Ordnung.

Es gab sowohl:

gepflasterte Wege als auch Schotterwege

und das Fahren war ohne Probleme möglich.

Man ist schon ein Hingucker (obwohl ... eigentlich bin ich das ja immer, oder?) mit so einem Teil vor dem Rolli.

Doch irgendwann wollte ich wieder zur Straße zurück ... und es war klar, ich muss da hoch ... also "Anlauf" genommen und ab gehts ...

*zitterbibber* ... es wird immer langsamer ... *starknachvornegelehnt* ... doch dann war Schluss!!

  • Er (mit mir) kam nicht weiter....
  • Aber nicht nur das, er rutschte wieder nach unten ...
  • Aber nicht nur das, da es etwas abschüssig war, rutschte ich auf den Abgrund zu *HILFE*

Was nun? Hilfe habe ich ja nicht wirklich gerufen, als aber ein Fahrradfahrer anhielt, weil er meine Not sah, fragte ich ihn (ja, tatsächlich, ich habe gefragt) ob er mich hoch schieben würde, was er natürlich tat.

Ich muss hier einen kurzen Exkurs machen: DIE Hamburger sind ein sehr freundliches und hilfsbereites Völkchen. Ich habe noch NIE negative Erfahrungen gemacht ... stets wurde mir geholfen, wenn ich um Hilfe bat. Ich verstehe es nicht, dass manche Rolstuhlfahrer von so vielen unfreundlichen Menschen berichten ... evtl. muss man dann mal schauen, wie man selber auf die Menschen wirkt ... ich scheine eine positive Ausstrahlung zu besitzen, so dass man mir gerne hilft (*hihihi*). Exkurs Ende!!

Okay, zurück zum ersten Berg (oder erste "Steigung"). Oben angekommen fragte ich den Radfahrer, wo es denn am Günstigsten sei entlangzufahren. Er bot mir dann an, dass er mir beim nächsten Berg auch helfen könne ... *Dankeschön*

Ich versuchte dann mit Gas hinabzufahren ... in der Hoffnung, dass der Schwung reichen würde, doch leider waren Barrieren im Weg eingebaut:

Abwasserrinnen,

die, quer von links nach rechts den Weg durchkreuzten, aber ... viel viel tiefer ... sodass man nicht drüber fahren konnte, sondern stark abbremsen musste ... damit war es nix mit Schwung nutzen ...

Wieder stieg der Radfahrer ab und schob mich die letzten Meter hinauf. Dankeschön!!

Damit hatte ich erst mal die Nase voll vom Stadtpark und dachte (übermütig wie ich bin), fahre ich doch noch mal eben Geld holen (ist ja nur ein Berg zusätzlich). Meine zweite Fahrt und ich dann gleich in ein Geschäft rein?? Ob ich mir das gut überlegt habe?

Nein, ich habe nicht überlegt, ich wollte Geld holen und nicht mit dem Auto erneut losfahren, bin doch um die Ecke ...

Also hin.

Der Bankangestellte guckte als ich hineinkam, sagte allerdings nicht (*mhm darf man damit nicht hinein? Wahrscheinlich weiß es keiner und solange ich aufpasse ... wirds schon erlaubt sein*) und ich hob erfolgreich Geld ab.

An dieser Stelle wechselte ich vorsorglich die Akkus, denn ich wollte nicht, dass der 1. Akku auf einer Steigung seinen Geist aufgibt ... und ich womöglich wieder rutsche ...

Das hat soweit auch gut funktioniert und ich kam heile zu Hause an. Was mich wundert ist, dass der Akku nur 3 h zum Aufladen braucht .... mhm ...

Tour 3: Heute, Samstag, wollte ich gerne nach Over zu einer meiner Lieblingskollegin fahren, doch leider war sie segeln. Egal, dachte ich so bei mir, fährste trotzdem.

Mit zwei frisch aufgeladenen Akkus machte ich mich um die Mittagszeit auf den Weg.

Natur pur, Gestank nach Gülle ... manchmal etwas kalt durch den Fahrtwind ...

11 km nach Over ... einen Abstecher (man kann auch sagen, ich habe mich ein bisschen verfahren) nach Bullenhausen ... zurück nach Over und dann nach Hause.

Noch in Over wechselte ich die Akkus, der bislang gut hielt. Nun war ich mir gewiss, dass der zweite Akku halten wird ... Ach ja, habe ich erwähnt, dass ich eigentlich ein WC benötigt hätte?? Nein? Hätte ich aber!

Als ich den Akku einsetzte und anschaltete ... zeigte die Anzeige nur 3 Balken ??? Was soll das? Und .. was soll ich sagen, es reichte nicht ...

Also fuhr ich Bus (Gottseidank fuhr hier einer) ... aber das gleich bei der 3. Fahrt ... wo ich doch noch gar nicht so fit im Gebrauch bin ... *ohje*

Aber es klappte ... irgendwie ... auch wenn es länger dauerte, als dem Busfahrer lieb war ... Beim Reinfahren musste er schieben ... herausfahren war aber noch schwieriger, da ich im Bus wenden musste *puh*

Den letzten Kilometer ging es nur im Schneckentempo ... unterstützt mit Anschieben durch meinen linken Arm ...

Glücklich wieder zu Hause zu sein .. wissend, dass ich nun die nächste Aufgabe meistern muss, denn das WC war nicht rechtzeitig vorhanden ... nun bin ich dafür 3 kg leichter *lol* ... sorry, habe einen makabren Humor ..

Folgende Fragen bleiben:

  • Gibt es tatsächlich nur diese Akkus? Sind das die Leistungsstärksten?
  • Hält die Bremse? Gibt es da einen Bremsbelag, den man auswechseln muss?
  • Gibt es für den Reifen auch ein besseres Profil??
  • Wie kann es sein, dass der MySlave ohne Zulassung verkauft wird?? Ohne TÜV keine Versicherung (somit bewege ich mich auf den Straßen wie der hoverboard ...) ....

Ein Bild mit mir kann ich euch leider nicht liefern, da ich ja stets alleine unterwegs war, schade, ich weiß, ich versuche es zu ändern, versprochen.

Abschlussfazit nach 3 Fahrten:

  • Es ist ein unbeschreibliches Gefühl endlich wieder Tempo machen zu können
  • Es ist ein guter Ersatz fürs Fahrrad, auch wenn ich keine Kalorien verbrenne
  • Es ist Freiheit pur

Ich benötige UNBEDINGT einen Namen für meinen schwarzen MySlave ... die Bilder die ich bei Google bekommen würde, wenn ich schwarzer Sklave eingebe .... politisch nicht korrekt, definitiv!!

Also muss ich mal meine Phantasie anstrengen, oder fällt euch was ein?

So, nun wisst ihr mal wieder Bescheid, ich hoffe, ihr hattet Spaß am Lesen. Falls jemand zu irgendetwas was ich schrieb, eine Idee hat, der möge mir bitte schreiben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der nächste Bericht wird wahrscheinlich wieder aus Damp sein, mal schauen, was vorher noch so passiert.

Gehabt euch wohl,

bis bald

Nicoletta

 

PS: Nachtrag aus aktuellen Anlass:

Die 3. Tour bin ich viel vorsichtiger gefahren, an jeder Kreuzung, Ausfahrt usw. habe ich gebremst, habe NOCH mehr als sowieso auf die Autos geachtet, denn ... nur weil man Recht hat, heißt das nicht, dass man überlebt ...

Michael Heil war mit seine Handbike on Tour und verunglückte tödlich, weil er von einer Autofahrerin übersehen wurde ....

Ich wünsche Michael Heils Familie, seinen Freunden und dem ganzen Rehability Team ganz viel Kraft für die nächste Zeit.

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