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  *Jeder Moment ist Genuss*

 Liebe Lesende …

es kommt immer anders, als man denkt … wer kennt den Spruch nicht?

 Eigentlich wollte ich in Ruhe meiner Arbeit nachgehen, den Frühling genießen, Rad fahren, mich auf die Rehabilitation vorbereiten … aber nix da …

 Einige von euch wissen, dass ich letztes Jahr im Januar den Viktor kennen gelernt habe. Fast 60 Jahre, Spätaussiedler, das Herz am rechten Fleck, MS und wohnend im 2. Stock ohne Fahrstuhl.

 Die Wohnungspolitik in Schenefeld ist KATASTROPHAL … Ignoranz und Untätigkeit von allen Seiten …

 Da ich im vergangenen Jahr alle meine Baustellen (behördentechnisch) abgeschlossen hatte, nahm ich mich der fremden Baustelle an und machte mir zum Ziel, dass Viktor, seine Familie und ich nächstes Jahr auf seiner neuen Terrasse einen gemütlichen Abend beim Wodkatrinken verbringen.

 Im Zuge dieser Maßnahmen schaffte ich es dann auch, dass das Ehepaar endlich unterstützende finanzielle Leistungen von der Jobbörse bekam. Aufgrund der Masse an Antragszetteln (in Behördendeutsch verfasst und selbst für mich extrem schwer auszufüllen), stellten sie bislang keinen entsprechenden Antrag, weil sie ihn nicht ausfüllen konnten. Ergebnis: 170 € monatlich mehr auf dem Konto.

 Nachdem wir Bewerbungen an verschiedene Wohnprojekte schrieben und ich gleichzeitig auch immer bei www.Immonet.de schaute … dachte ich so bei mir … weil meine Eigentümer nicht gewillt waren mein Wohnungsproblem (dazu später mehr) zu lösen, warum ziehe ich nicht auch um... im „Städtchen“ Schenefeld hält mich nicht wirklich was … musikalisch gesehen nicht und rein menschlich auch nicht (mit einer Ausnahme, meine Nachbarn).

 Nun gut, mein Projekt habe ich erfolgreich gemeistert, denn Viktor zieht im Juni um!! *binsoooostolzaufmich*

 Nun wieder zu mir und meinem Wohnungsproblem: Ich friere … ständig …was ja im Winter nicht ungewöhnlich ist und auf die meisten Menschen zutrifft ... außer in meinem Büro in der Arbeit (da sitzen die Kids teilweise mit T-Shirt im Winter, während ich meine Fleecejacke noch gerne anbehalte).

 Aber, wenn ich zu Hause bin, dann geht es erst so richtig los, denn da friere ich am Meisten.

 Wenn ich die Heizung voll aufdrehe, dann habe ich direkt an der Heizung 23,8 Grad. Fünf Meter weiter sind es nur noch 18 Grad.... definitiv zu kalt.

Kurzentschlossen habe ich in den Weihnachtsferien, mit meinen lieben Nachbarn, meine Inneneinrichtung im Wohnzimmer so umgestellt, dass ich abends direkt an der Heizung sitze … die linke Seite (an der Heizung) ist dann warm, die rechte zittert.

 Daraufhin und weil die Eigentümer falsche Betriebskostenabrechnungen anfertigen, die Miete erhöhen, sich um die Belange der jetzigen Mieter nicht kümmern (...vielleicht auch mit Absicht, da bei Neuvermietung die Miete extrem erhöht werden kann) schaute ich etwas intensiver auch nach einer neuen Bleibe für mich

Das ist in Hamburg gar nicht so einfach, wie viele wissen.

Ein kleiner Exkurs:

Für Rollstuhlfahrer sieht das folgendermaßen aus:

 Benötigst du eine behindertengerechte Wohnung, dann nützt es nichts, wenn du eine feste Arbeit in Hamburg hast, du kannst dich auf solch eine Wohnung nur dann bewerben, wenn du vorher drei Jahre in Hamburg gewohnt hast. Die behindertengerechten Wohnungen werden von einer Behörde vermittelt, es sind immer sozial geförderte Wohnungen (was zwar bedeutet, dass die Miete nicht so hoch ist, allerdings ist auch klar, welche Nachbarschaft man zu erwarten hat) und es gibt viel zu wenige davon.

 Da ich keine behindertengerechte, sondern lediglich eine barrierefreie benötige, nicht in HH wohne, nun also Erläuterungen zum nächsten Wohntyp:

 Barrierefreie Wohnungen werden seit neuestem vermehrt gebaut. Auch diese werden gefördert, so dass man einen § 5 Schein braucht, allerdings auch ein Mindestalter von 60 Jahren vorweisen muss. D.h. es gibt nur die Kombination barrierefreie Wohnungen für Senioren.

Das Menschen unter 60 Jahren auch eine barrierefreie Wohnung benötigen könnten, weiß anscheinend niemand...

Dann gibt es nur noch eine Möglichkeit:

Als Verdienerin, nicht in Hamburg lebende … muss ich also auf dem freien Wohnungsmarkt schauen, z.B. Immonet.

 Da kann man barrierefreie anklicken (dann kommt nichts, außer für Senioren) oder Erdgeschoss … dazu schaut euch die Häuser in Hamburg an, da bedeutet Erdgeschoss = Hochparterre ... Exkurs Ende!


 Nix für mich! Was nun? Schauen, schauen, schauen … hoffen und auf einmal sah ich eine Möglichkeit...

Dieses Bildchen lachte mir entgegen und klar war (wegen der Sonne auf der Terrasse), egal wie der Eingang ist, ich könnte über die Terrasse in die Wohnung gelangen … ich könnte mit dem Rad zur Arbeit fahren, oder auch mit dem Bus … kein Elbtunnelstau mehr … Wahnsinn!

 Also schnell Kontakt mit der Maklerin aufgenommen (Schitt, da kommen Mehrkosten auf mich zu... aber wenn sie gute Arbeit leistet, dann bin ich bereit dazu, habe ja auch keine Alternative) …

 Aber, der Vermieter lehnt mich ab, hat schlechte Erfahrungen gemacht und weil ich einige Veränderungen vornehmen muss … da hat er Angst (er hat Erfahrungen mit einem Messi gemacht, warum er diese Erfahrungen auf mich projiziert ist mir nicht klar geworden).

 Leute, wenn ihr meine Exposés gelesen hättet (normalerweise werden Exposés ja über Wohnungen angefertigt), daraufhin hat sich sogar der Chef der Maklerin bei mir gemeldet, weil er so was noch nie erlebt hat... in diesen werbe ich für mich: sicherer Job, ausgesprochen freundlich, kein Lärm durch mich, keine Haustiere, keine Kinder, Fußgängerin, Auto-, Rad- und eben auch Rollstuhlfahrerin … ICH übernehme die Kosten für die Umbaumaßnahmen und sorge auch dafür, dass alles wieder hergestellt wird, wenn ich ausziehe...

 Das letzte Expose (natürlich immer mit Bildern, genau wie die Berichte, die ihr hier von mir lest), hat dazu geführt, dass er sich von seinem Anwalt beraten ließ … der natürlich sagte (so dachte ich es mir auch schon), wenn wir es im Mietvertrag festhalten, kein Problem. *JUCHHU*

 Ein Schritt geschafft, nun war er bereit mich kennen zu lernen und ich durfte die Wohnung, die ich bislang nur von außen kannte und für die ich ein Monat lang gekämpft habe, von innen besichtigen.

 Dies geschah am 2. Mai. Vorsorglich habe ich den 1. Mai schon mal dafür genutzt um aufzuschreiben, was alles zu tun ist, wenn ich umziehe, denn ihr wisst ja: Planung und Vorbereitung ist alles... man oh man, das ist eine Menge …

 Mit meiner besten Freundin Gunde traf ich mich, um gemeinsam zu schauen, denn zwei Augenpaare sehen mehr als eines.

 Ich rollte mit meinem E-Rolli an, stieg dann aber aus und ging mit Krücke durch die Wohnung, um damit deutlich zu machen, ich kann auch gehen und werde nicht das Bad, die Küche umbauen müssen …

Hier ein paar Eindrücke, wie es vorher aussah:

Küche Wohnzimmer Schlafzimmer

   Bad                                Flur

     

Allgemeine Information: Katastrophaler Renovierungszustand …

 Nun ging es also in erster Linie darum, der Vermieter von mir zu überzeugen …dies geschah eigentlich schon nach kurzer Zeit, so dass ich das Gefühl hatte, den Vermieter auf meiner Seite zu haben (ich kann ja schließlich auch sehr überzeugend sein und eine meiner Lieblingskolleginnen, die Marlies, sagt, ich sei „Charmant“ *hups*rot*werd*)

Klar war, es ist viel zu renovieren … wie das ja oft der Fall ist.

Aufgrund der schlechten Erfahrungen wollte der Vermieter diesmal die Wohnung nicht renoviert übergeben …*grr*
 Im Laufe des Gespräches hatte ich das Gefühl, dass man sich auch bezüglich der Umbaumaßnahmen absprechen könne, da er auch einiges erledigen müsste (die Stufe zum Haupteingang, die Stufen zum Parkplatz).

 Am Ende: der Mietvertrag war unterschrieben und wo er doch vorher soo viele Bedenken hatte, gab er mir die Wohnungsschlüssel, obwohl ich die Kaution noch nicht überwiesen hatte … 

 Dieser tolle Tag ging dann weiter mit lecker Essen gehen mit Gunde und der Abschluss war ein Konzert von Herman van Veen. *träum...war das schön*

So, so viel dazu. Ich bin nun Besitzerin von zwei Wohnungen, zwei Fahrrädern, zwei Rollstühlen … zwei Hosen *lach*

Macht es gut, bis bald.

 

Nicole

 

PS: Ihr habt Fragen? Wollt nette Kommentare geben? Dann macht es per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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